{"id":14,"date":"2010-03-04T15:50:47","date_gmt":"2010-03-04T15:50:47","guid":{"rendered":"http:\/\/kevinrechsteiner.com\/blog\/?p=14"},"modified":"2020-03-03T20:38:38","modified_gmt":"2020-03-03T19:38:38","slug":"konzertfotografie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kevinrechsteiner.com\/blog\/2010\/03\/04\/konzertfotografie\/","title":{"rendered":"Konzertfotografie"},"content":{"rendered":"<p>Ich werde immer mal wieder \u00fcber Tipps und Tricks der Konzertfotografie gefragt. Aus diesem Grund m\u00f6chte ich hier nun mal meine Erfahrungen mit dem Thema Konzertfotografie sammeln:<\/p>\n<p><strong>1. Technisches<\/strong><br \/>\nDas Hauptproblem an der Konzertfotografie sind bekanntlich die schlechten Lichtbedingungen. Das Licht ist meist sehr reduziert oder unstetig (durch drehende Spots und Scheinwerfer). Ebenfalls sind die Farben des Lichts nicht immer optimal. Aus diesem Grund ist es n\u00f6tig, dass die Kamera einen m\u00f6glichst<strong> hohen ISO-Wert<\/strong> unterst\u00fctzt und dabei trotzdem m\u00f6glichst <strong>wenig Bildrauschen<\/strong> erzeugt.<br \/>\nDie meisten aktuellen Spiegelreflexkameras unterst\u00fctzen ISO-Einstellung von \u00fcber ISO1600, was dann in den meisten F\u00e4llen ausreicht.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich sollten die genutzten Objektive einen m\u00f6glichst tiefen Blendenwert haben (Blende 2.8 oder kleiner). Leider sind diese Objektive sehr kostspielig, vor allem im Zoom-Bereich. Aber es gibt g\u00fcnstige Objektive, die f\u00fcr diesen Zweck sehr gut geeignet sind. Ich arbeite z.B. mit folgenden Objektiven:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.canon.ch\/For_Home\/Product_Finder\/Cameras\/EF_Lenses\/Fixed_Focal_Length\/EF_50mm_f18II\/index.asp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Canon EF 50mm f\/1.4 USM<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/de.canon.ch\/For_Home\/Product_Finder\/Cameras\/EF_Lenses\/Fixed_Focal_Length\/EF_85mm_f18_USM\/index.asp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Canon EF 85mm f\/1.8 USM<br \/>\n<\/a><a href=\"https:\/\/de.canon.ch\/For_Home\/Product_Finder\/Cameras\/EF_Lenses\/Zoom_Lenses\/EF_70200mm_f28L_USM\/index.asp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Canon EF 70-200mm f\/.28L USM<\/a><\/p>\n<p>Zu beachten ist, dass vor allem beim Einsatz von Zoom-Objektiven durch den engen Bildausschnitt noch mehr Licht verloren geht, was scharfe Fotos zus\u00e4tzlich erschwert. Anfangs ist es einfacher ein Objektiv mit kleinerer Brennweite zu verwenden, damit m\u00f6glichst viel Licht aufgenommen wird. Also &#8211; m\u00f6glichst nah ran!<\/p>\n<p><strong>2. Motiv<\/strong><br \/>\nEinige Fragen, sollte man sich schon vor dem Konzert stellen:<br \/>\nHandelt es sich um einen einzlenen Musiker, oder um eine ganze Band?<br \/>\nWie gross ist die B\u00fchne?<br \/>\nGibt es einen Fotograben (bei grossen Konzerten und Veranstaltungen)?<br \/>\nGibt es allenfalls die M\u00f6glichkeit, sogar hinter der Band zu fotografieren?<br \/>\nViele dieser Faktoren sind gegeben und sollten von Fotografen ber\u00fccksichtigt werden. Ebenfalls sollte der Musikstil der Band ber\u00fccksichtigt werden. Bei einer Rockband k\u00f6nnen Fotos auch mal unscharf sein, bei einem Klassik- oder Jazzkonzert sind unscharfe Bilder schwerer &#8220;zu vertreten&#8221;.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich wirkt es imposanter, wenn Musiker &#8220;von unten&#8221; fotografiert werden. Von oben herab fotografiert, bekommt das ganze viel mehr Abstand und verliert oft auch an Lebendigkeit. Am besten also m\u00f6glichst tief am Boden, dann st\u00f6rt man auch die anderen Zuschauer weniger.<\/p>\n<p><strong>3. Sonstiges Zubeh\u00f6r<\/strong><br \/>\nIch pers\u00f6nlich arbeite nicht mit Stativ, ich fotografiere also alles aus der Hand. Ein Einbeinstativ kann aber durchaus Sinn machen. Gerade bei l\u00e4ngeren Konzerten ist es sehr angenehm, wenn man die Kamera ein bisschen abst\u00fctzen kann. Der Nachteil von Stativen ist die eingeschr\u00e4nkte Flexibilit\u00e4t.<br \/>\nSpeicherkarten sollten immer Griffbereit und leer sein. Live-Konzerte passieren schnell und so verpasst man schonmal eine Situation, wenn man die Karte zuerst noch l\u00f6schen muss. (Tipp: Oft ist es schneller die Karte zu formatieren, als die Bilder zu l\u00f6schen)<\/p>\n<p>Ebenfalls arbeite ich nicht mit einem zus\u00e4tzlichen Blitz. Das neutrale Blitzlicht muss sehr gekonnt eingesetzt werden, damit dieses nicht st\u00f6rend ist.<br \/>\nz.B. so:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/kevinrechsteiner.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/laca.jpg\" target=\"_blank\"  rel=\"lightbox[14] noopener noreferrer\">Death Of A Cheerleader \/ LaCatrina<\/a> (Susanne Rudolf)<\/p>\n<p><strong>4. Einstellungen<\/strong><br \/>\nDie Kameraeinstellungen lege ich immer von Hand fest und \u00fcberlasse nichts der Automatik.<br \/>\nIch arbeite jeweils mit der kleinstm\u00f6glichen Blende (1,4 oder \u00e4hnlich) und starte mit dem ISO-Wert 1600. Die Belichtungszeit nutze ich von 1\/60 Sekunde aufw\u00e4rts. Anfangs f\u00e4llt es oft noch schwer 1\/60 Sekunde ruhig zu halten, aber mit ein bisschen \u00dcbung ist das m\u00f6glich.<br \/>\nDie Problematik von solchen langen Belichtungszeiten sind dann nat\u00fcrlich, dass das Motiv schneller unscharf wird.<br \/>\nEbenfalls besteht das Problem, dass bei der kleinen Blende (1.4) das Bild sehr wenig Tiefensch\u00e4rfe bekommt. Das Bild wird also dadruch noch zus\u00e4tzlich unscharf, sobald der Musiker sich aus dem Fokus bewegt. Da hilft oft nur die Serienbildaufnahme!<\/p>\n<p><strong>5. Nachbearbeitung<br \/>\n<\/strong>Da ich all meine Fotos im RAW-Format aufnehme, bearbeite ich diese zuerst in Adobe Lightroom. Ich m\u00f6chte hier aber keine ausf\u00fchrliche Anleitung zu Lightroom geben, aber folgende Sachen k\u00f6nnen in der Bearbeitung helfen:<br \/>\n&#8211; Bilder allenfalls in Schwarzweiss umwandeln<br \/>\n&#8211; Schwarzwert \/ Kontrast \/ Farben verst\u00e4rken<br \/>\n&#8211; evtl. nachtr\u00e4glicher Weissabgleich (dadurch verschwindet leider die Lichtstimmung vom Konzert)<br \/>\nDanach die Bilder ver\u00f6ffentlichen und Feedback abwarten&#8230;<\/p>\n<p><strong>Das wichtigste in K\u00fcrze<\/strong><br \/>\nObjektive mit m\u00f6glichst kleinem Blendenwert.<br \/>\nISO auf 1600 oder h\u00f6her, ohne zu viel Bildrauschen zu bekommen.<br \/>\nBlende auf m\u00f6glichst kleinen Wert stellen, Verschlusszeit manuell vornehmen (1\/60 Sek oder mehr)<br \/>\nAm Anfang Serienbilder machen<\/p>\n<p>Und noch ein paar Locations mit &#8220;gutem&#8221; Licht:<br \/>\nGaswerk, Winterthur<br \/>\nExil, Z\u00fcrich<br \/>\nMoods, Z\u00fcrich<br \/>\nNouveau Monde, Freiburg<br \/>\nKulturmarkt, Z\u00fcrich<\/p>\n<p>Ich hoffe, ich konnte hier einen kleinen Einblick in die Konzertfotografie geben.<br \/>\nFalls fragen sind, beantworte ich diese gerne!<\/p>\n<p>Bis bald, Kevin<\/p>\n<p><strong>Links zu Konzertfotografen:<\/strong><\/p>\n<p>Tabea H\u00fcberli! <a href=\"https:\/\/www.t13.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.t13.ch<\/a><br \/>\nGuido Karp! <a href=\"https:\/\/www.guidokarp.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.guidokarp.com<\/a><br \/>\nTatjana R\u00fcegsegger! (Flickr)<br \/>\nLa Catrina Bar! (<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/search\/?q=la+catrina&amp;init=quick#!\/LaCatrinaBar?v=photos&amp;ref=ts\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Facebook<\/a> \/ Susanne Rudolf)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich werde immer mal wieder \u00fcber Tipps und Tricks der Konzertfotografie gefragt. Aus diesem Grund m\u00f6chte ich hier nun mal meine Erfahrungen mit dem Thema Konzertfotografie sammeln: 1. Technisches Das Hauptproblem an der Konzertfotografie sind bekanntlich die schlechten Lichtbedingungen. Das Licht ist meist sehr reduziert oder unstetig (durch drehende Spots und Scheinwerfer). 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