{"id":20217,"date":"2025-10-24T19:54:33","date_gmt":"2025-10-24T17:54:33","guid":{"rendered":"https:\/\/kevinrechsteiner.com\/blog\/?p=20217"},"modified":"2025-10-24T19:54:33","modified_gmt":"2025-10-24T17:54:33","slug":"bei-der-jagd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kevinrechsteiner.com\/blog\/2025\/10\/24\/bei-der-jagd\/","title":{"rendered":"Bei der Jagd&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Es ist Samstag Morgen. 7.30. Es w\u00e4re kalt, w\u00fcrde die Sonne nicht langsam durch den Nebel dr\u00fccken. Ich bin auf einem Waldweg unterwegs in eine Welt, die ich nicht kenne.<\/p>\n<p>Wir treffen uns in der Jagdh\u00fctte im Auenriet in Rorbas. Ein Ort, den ich vorher nicht kannte, obwohl ich hier im Tal aufgewachsen bin. Es brennt ein Feuer und verschiedene Menschen treffen ein. Gekleidet in gr\u00fcn und teils in auff\u00e4llig leuchtenden Jacken. Rund zwanzig Personen sammeln sich dort. Teilweise kennt man sich und man wird begr\u00fcsst.<\/p>\n<p>Ich wurde eingeladen ein &#8220;Treiber&#8221; an einer Kugeldr\u00fcckjagd zu sein. Ziel der Treiber ist es, die Tiere durch den Wald zu &#8220;dr\u00fccken&#8221;, damit die J\u00e4ger diese Tiere erlegen k\u00f6nnen. T\u00f6nt simpel, ist es nicht.<\/p>\n<p>Der Jagdobmann er\u00f6ffnet und stellt sowohl die J\u00e4ger, als auch die Treiber vor. Es wird darauf hingewiesen, welche Tiere man heute schiessen will und welche nicht. Es gibt Hinweise darauf, welche Munition man nutzen darf und welche nicht. Es wird eine Sprache gesprochen, die ich inhaltlich zwar verstehe, aber deren Begriffe mir fremd sind.<\/p>\n<p>Insgesamt erfolgen an diesem Samstag vier Triebe. Es ist bei jedem Trieb vorgegeben, wie die Treiber zu laufen haben, ebenfalls ist schon bestimmt, welcher J\u00e4ger wo sitzen wird.<\/p>\n<p>Die Treiber werden in zwei Gruppen aufgeteilt und wir fahren mit einem Pinzgauer zum ersten Waldst\u00fcck, wo wir mit dem Treiben beginnen. Zwischen uns Treibern ist Abstand von 30 bis 50 Metern und unser Ziel ist es, m\u00f6glichst laut quer durch den Wald zu gehen, um Rehe, F\u00fcchse oder Wildschweine aufzuscheuchen. Einen Weg quer durch den Wald zu finden ist erstaunlich schwierig. Der nasse Boden, Str\u00e4ucher, moosbewachsene Steine, umgefallen B\u00e4ume und B\u00fcsche erschweren das Vorw\u00e4rtskommen. Ein langer Stock hilft da ein bisschen die Balance zu halten, w\u00e4re aber eher dazu gedacht um durch entfernte Geb\u00fcsche zu streifen. Ich bin aber froh um die zus\u00e4tzliche St\u00fctze.<\/p>\n<p>Rund zwei Stunden sind wir im ersten Trieb unterwegs. Ich sehe ein paar Rehe und viele V\u00f6gel. Ich h\u00f6re einen Schuss. Allerdings weit weg von mir. Nach zwei Stunden haben wir das Waldst\u00fcck durchk\u00e4mmt und werden wieder abgeholt.<\/p>\n<p>Wir treffen uns alle bei einer Holzh\u00fctte. Zwei Rehe werden &#8220;aufgebrochen&#8221; und jeder J\u00e4ger erz\u00e4hlt, ob er etwas gesehen hat (Ansicht hatte), ein Tier geschossen hat oder sonst etwas festgestellt hat. Auch die Treiber erz\u00e4hlen von ihren Sichtungen.<\/p>\n<p>Nach etwa einer halben Stunde geht es weiter zum n\u00e4chsten Trieb. Das Prinzip bleibt gleich. Das Waldst\u00fcck wird besprochen und festgelegt, wie man sich durch den Wald bewegen will. Danach wartet man auf das Jagdhorn &#8211; drei Mal &#8211; Jagd er\u00f6ffnet. Wir setzen und in Bewegung. Mit dabei sind auch ein paar Hunde, die mit viel Gebell durchs Unterholz wuseln.<\/p>\n<p>Danach folgt eine Mittagspause, bei der wir eine Suppe erhalten, die auf dem Feuer gekocht wurde. Die Bewegung im Wald hat uns warm gehalten und trotzdem bin ich froh um das warme Mittagessen. Am Nachmittag soll es nochmals zwei Triebe geben &#8211; es wird ein langer Tag.<\/p>\n<p>Ich lerne auf den Trieben den Wald besser kennen. Ich bin im Normalfall auf den Wegen unterwegs und man bekommt ein anderes Gef\u00fchl f\u00fcr die Gr\u00f6sse des Waldes, wenn man diesen durchquert. Auch wie unterschiedlich ein Wald w\u00e4chst f\u00e4llt mir erst jetzt auf. Es gibt Fl\u00e4chen ohne viele Geb\u00fcsche und dann wieder sehr dicht verwachsene Teile. Es ist anstrengend und manchmal m\u00fchsam. Und ich bin froh, als wir fertig sind und uns die Abendsonne erwartet.<\/p>\n<p>Wieder werden wir im Pinzgauer abgeholt und fahren ein letztes Mal zur\u00fcck zur Jagdh\u00fctte. Wir sind m\u00fcde. Und erst jetzt werden mir ein paar Dinge bewusst. Obwohl ich Teil einer Jagd war und die J\u00e4ger mit Munition auf den Hochst\u00e4nden sassen, habe ich mich nie unsicher gef\u00fchlt. Vielleicht war es der professionelle und sachliche Umgang mit der Situation. Vielleicht entstand bei mir aber auch kein Gef\u00fchl von Unsicherheit, weil ich fast gar keine Waffen gesehen habe. Auf dem Hochsitz hatten die J\u00e4ger die Waffen nat\u00fcrlich dabei, in der restlichen Zeit habe ich diese aber gar nie wahrgenommen (oder habe keinen Blick daf\u00fcr).<\/p>\n<p>Insgesamt wurden an diesem Tag acht Rehe geschossen. Mit insgesamt acht Sch\u00fcssen. Im Nachhinein ist mir aufgefallen, wie oft ein J\u00e4ger nicht schiesst. Es steht etwas vor dem Tier, oder etwas ist hinter dem Tier, oder es steht falsch, ist zu nah oder zu weit weg. Es m\u00fcssen viele Dinge erf\u00fcllt sein, damit ein Schuss f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Man h\u00f6rt &#8220;Weidmanns Heil&#8221; und &#8220;Weidmanns Dank&#8221;. Den Tieren werden Zweige in den Mund gelegt. Jagen hat viel mit Tradition zu tun. Tradition und Respekt vor der Natur.<\/p>\n<p>Nachdem die Tiere gewogen sind, kommen sie zum Restaurant Wyberg in Teufen, welcher ein bekannten Restaurant f\u00fcr Wild-Spezialit\u00e4ten ist.<\/p>\n<p>Ich gehe M\u00fcde nach Hause. M\u00fcde nach einem Tag voller Eindr\u00fccke und neuen Erfahrungen. Es wird langsam dunkel und ich habe viel \u00fcber die Jagd, den Wald und den Umgang mit der Natur gelernt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kevinrechsteiner.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/4M3A5080-scaled.jpg\" rel=\"lightbox[20217]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-large wp-image-23229\" src=\"https:\/\/kevinrechsteiner.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/4M3A5080-1000x667.jpg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"640\" srcset=\"https:\/\/kevinrechsteiner.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/4M3A5080-1000x667.jpg 1000w, https:\/\/kevinrechsteiner.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/4M3A5080-300x200.jpg 300w, https:\/\/kevinrechsteiner.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/4M3A5080-768x512.jpg 768w, https:\/\/kevinrechsteiner.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/4M3A5080-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/kevinrechsteiner.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/4M3A5080-2048x1366.jpg 2048w, 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