Ich habe vor ein paar Wochen wieder angefangen Schule zu geben. Ein bisschen ein höheres Pensum und darum auch ein bisschen mehr Vor- und Nachzubereiten. Ich habe mit meinen Klassen immer mal wieder Diskussionen, wie und welche KI eingesetzt wird. Sie besprechen das sehr offen mit mir, weil ich das auch nicht bewerte oder in Frage stelle. Ich hätte die KI in der Lehre auch genutzt, wenn ich dieses Mittel zur Verfügung gehabt hätte.
Das Problem, dass ich aber sehe ist, dass die Motivation, etwas von Grund auf zu machen immer kleiner wird. Warum einen Text schreiben, wenn die KI das machen kann. Zusammenfassung: KI. Bilder bearbeiten: KI. Fallanalyse lösen: KI. Reflexion schreiben: KI.
Einerseits sind viele Fragestellungen sehr einfach mit KI zu lösen, andererseits wird es auch immer schwieriger, eine sinnvolle Aufgabe zu stellen, die nicht mit KI lösbar ist. Ich bin dagegen eine Aufgabe absichtlich kompliziert zu machen, nur das die Lösbarkeit mühsam wird. Aber ich frage mich schon, wohin das führen wird.
Gerade im KV lernt man kein Handwerk. Man lernt Büroaufgaben und ist ein Generalist. Viele Aufgaben wird man in Zukunft mit KI lösen können und das KV wird immer mehr verschwinden. Einen Schreiner braucht man weiterhin. Sanitärarbeiten kann die KI nicht, Kochen auch nicht. KV kann die KI.
Wie kann man die Ausbildung im KV also so anpassen, dass diese Leute einen Mehrwert bieten, dass sie Aufgaben erkennen, welche die KI nicht machen kann und sich so dem Betrieb etwas nützen. Ich weiss es nicht…
Ich versuche Werte wie Eigenverantwortung, Respekt, Initiative, Kreativität und Selbstbewusstsein im Schulstoff unterzubringen… ob das gelingt weiss ich nicht.
Ich verteufle die KI nicht, merke aber auch, wie mir die Unterrichtsplanung schwer fällt. Ich probiere weiter. Manchmal nicht ganz nach Lehrplan, aber hoffentlich meistens Interessant für die Lernenden.